Dienstag, 25. April 2017

Ad cenam Agni - Übersetzung und Deutung

Der österliche Hymnus „Ad cœnam Agni“ –
Mystagogischer Wechselgesang zwischen Taufe und Eucharistie?
Übersetzung und liturgisch-spekulative Betrachtung

Der Osterhymnus „Ad c(o)enam Agni“ ist nach derzeitigen Kenntnissen im 5. oder 6. Jahrhundert entstanden, also in der Zeit zwischen Benedikt von Nursia und Gregor dem Großen und damit lange nach dem Mailänder Toleranzedikt Kaiser Konstantins von 313 wie auch nach der Erklärung des Christentums zur Staatsreligion durch Kaiser Theodosius I. im Jahr 380. Ob es in dieser Zeit noch massenweise Erwachsenentaufen mit Katechumenat, Skrutinien und Vigilfeiern gab, entzieht sich der Erkenntnis des Verfassers. Vielleicht aber liegen die Ursprünge des Hymnus noch weiter zurück und stammen aus der gerade beschriebenen kirchengeschichtlichen Situation.

Römisch – und an Rom denkt der Katholik bei liturgischen Ursprüngen sofort – ist der Hymnus freilich gewiß nicht, denn dort ließ man die neumodischen Strophenlieder aus Mailand in der Liturgie nur zögerlich zu. Das römische Stundengebet (Brevier) bis zu den Reformen des 20. Jahrhunderts kennt in den Kartagen und in der Osteroktav – für einen Taufhymnus nicht unentscheidend – überhaupt keine Hymnen und ist darin sehr ursprünglich.

Der heute zur Vesper in der Osterzeit gesungene Hymnus „Ad cœnam Agni“ betrachtet und verbindet die beiden „besonders“ österlichen Sakramente Taufe und Eucharistie. In den ersten vier Strophen gibt es ein auffälliges Hin und Her zwischen Taufe (Str. 1 und 3), und Eucharistie (2 und 4). Eine entfaltete und räumlich differenzierte Taufliturgie vorausgesetzt, legt sich die Frage nahe, ob es sich bei diesem Hymnus vielleicht um einen Wechselgesang der Neugetauften nach ihrer Taufe im Baptisterium auf dem Weg zum Altar in der Basilika mit den „Altgetauften“ handelt, die die das Taufgeheimnis preisenden Neophyten erwarteten und sie mit einer „mystagogischen Hinführung“ zur Eucharistie in ihrer Mitte empfingen.

Dieser Frage soll hier nicht liturgiehistorisch nachgegangen werden sondern vom Gehalt und Aufbau des Liedes her. Ob es also tatsächlich so gewesen ist, wird nicht erforscht, sondern es wird gezeigt, daß es sinnvollerweise so gewesen sein könnte. Damit der Hymnus in einer für den heutigen Beter vielleicht neuen und hoffentlich geistlich fruchtbringenden Sichtweise betrachtet.

Betrachten wir also den Text auf die genannte Vermutung hin und rekonstruieren wir rein spekulativ das liturgische Geschehen.


1. Strophe – Die Neugetauften:

Ad cœnam Agni próvidi,
Zum Mahl des vorhergeschauten Lammes,
stolis salútis cándidi,
mit Gewändern des Heils geweißt (= bekleidet, geziert)
post tránsitum maris Rubri
nach dem Durchschreiten des Roten Meeres,
Christo canámus principi.
singen wir Christus, dem Fürsten.

Die Neugetauften ziehen in feierlicher Prozession aus der Taufkapelle zur Kirche. Als sie das Portal durchschreiten, beginnen sie zu singen. Sie ziehen langsam durch das Mittelschiff auf den Altar zu. Bis heute hatten sie noch nie an der Eucharistie teilgenommen, sondern die Messe nach dem Wort-/Katechumenen-Gottesdienst verlassen.

Den Hymnus hatten die Taufbewerber natürlich vorher üben müssen. Die Strophen der Altgetauften waren ihnen aber bei den Proben nicht mitgeteilt worden, weil ihnen das in ihnen beschriebene Geheimnis erst nach der Taufe enthüllt werden durfte. Noch ist ihnen nicht klar, daß das von den Propheten des Alten Bundes geschaute Lamm (Vers 1), zu dessen Mahl sie singen, Christus selber ist (Vers 4), dem ihr Loblied ja bereits gilt. Das erfahren sie nun von den Altgetauften.


2. Strophe – Die Altgetauften:

Cuius corpus sanctíssimum
Dessen allerheiligsten Leib,
in ara crucis tórridum,
den auf dem Altar des Kreuzes verbrannten (=geopferten),
sed et cruórem róseum
und auch sein rosenfarbenes Blut
gustándo, Deo vívimus.
schmeckend, leben wir (für) Gott.

Die in der Kirche versammelten Altgetauften hatten bereits die österliche Vigil zusammen mit den Taufbewerbern gehalten (diese ohne Kerzen), die dann zur Taufe in das Baptisterium geführt worden sind. Nun ist die Taufe vollzogen und die Neugetauften kommen mit Lichtern und gehüllt in weiße Kleider und wohlriechenden Ölduft näher.

Die Altgetauften schließen an das Bekenntnis der Neugetauften bejahend (mit relativischem Anschluß) mit der zweiten Strophe des Hymnus an und bekennen ihnen das Geheimnis, zu dem sie nun durch die Taufe Zugang haben: Bei dem Mahl des Lammes handelt es sich um Christus selbst, seinen Leib und sein Blut. Durch den geopferten und genossenen Christus leben die Christen erst wirklich, nämlich auf ihren Schöpfer hin und für ih(vgl. Vers 4 mit Röm 6, 10).


3. Strophe – Die Neugetauften:

Protécti paschæ véspero 
Geschützt am Abend des Pascha 
a devastánte ángelo,
vor dem verwüstenden Engel,
de Pharaónis áspero
von des Pharaos harter
sumus erépti império.
Herrschaft sind wir erlöst.

Die Neugetauften haben die Mitte des Kirchenschiffs erreicht. Die Altgetauften in den Seitenschiffen säumen ihren Weg oder erwarten sie vor dem Altar.

Der Gott, an dem die Neugetauften nun Anteil haben, ist derselbe, der einst Israel erwählt und befreit hatte. Sie loben ihn als ihren Schützer und Befreier mit einem Taufbekenntnis in alttestamentlichen Bildern, das auch die dankbaren Altgetauften an ihre eigene Taufe erinnert. Die Neugetauften erkennen in ihrer Taufe die Erfüllung des „Vorbilds“ der Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei: Es ist Pascha – Vorübergang – damals des Würgeengels, der bei der zehnten Plage Ägyptens Erstgeborene tötete, um sein Volk zu befreien, und an den mit Lammesblut bestrichenen Türen „vorüberging“; heute soll es für die Neugetauften zu erstenmal das für sie immer noch geheimnisvolle neue Pascha sein; eine neue, völlig erlösende Befreiung, ein Übergang vom Tod zum Leben, von der Sünde zur Lauterkeit.


4. Strophe – Die Altgetauften:

Iam pascha nostrum Christus est,
Nunmehr ist unser Pascha Christus,
agnus occísus ínnocens;
das unschuldig geschlachtete Lamm,
sinceritátis ázyma
der Lauterkeit ungesäuertes Brot,
qui carnem suam óbtulit.
der sein Fleisch geopfert hat.


Während dieser Strophe erreichen die Neugetauften ihre Plätze für die Eucharistie.

Die Altgetauften greifen den Jubel über die Taufe und die implizite Frage nach dem neuen, wahren Pascha auf und besingen einen zweifachen Übergang: Mit dem Wort „iam/nunmehr“ wird auf den Übergang vom Alten zum Neuen Bund hingewiesen; das die Alt- mit den Neugetauften verbindende „nostrum/unser“ bringt die Aufnahme der Täuflinge in die heilige Gemeinschaft der Kirche und die Einheit aller in Christus zum Ausdruck. Der neue Bund besteht im ein für allemal vergossenen Blut des wahren Lammes, dessen Lauterkeit die Gläubigen heiligt.


5. Strophe – Die Neugetauften (oder alle):

O vera digna hóstia,
O wahre, würdige Opfergabe, 
per quam frangúntur tártara,
durch die gebrochen werden die Unterwelten:
captíva plebs redímitur,
Das gefangene Volk wird erlöst;
reddúntur vitæ práemia!
wiedergegeben wird des Lebens Lohn.

Diese Strophe des Hymnus preist das bisher Besungene und ist damit vielleicht ursprünglich die von beiden Gruppen gemeinsam gesungene abschließende Doxologie (auf http://gregorien.info/chant/id/8845/13/de – Zugriff am 23. 4. 2017 – endet der Hymnus tatsächlich hier), die das Geschehen der Gabenbereitung passend begleiten würde: Die Kirche feiert und empfängt im Sakrament des Altares das von Christus verliehene göttliche Leben.

Wenn wir aber die folgenden Strophen hinzunehmen und damit diese fünfte den Neugetauften allein in den Mund legen, wäre diese Strophe deren lobpreisende Zustimmung zu dem, was sie von den Altgetauften in den Strophen 2 und 4 gehört haben. Wie wir sehen werden, sind die folgenden Strophen, wenn sie denn späteren Datums sein sollten, glücklich hinzugefügt.


6. Strophe – Die Altgetauften:

Consúrgit Christus túmulo,
Erhoben hat sich Christus aus dem Grabe, 
victor redit de bárathro,
als Sieger ist er zurückgekehrt aus der Unterwelt,
tyránnum trudens vínculo
den Gewaltherrscher in Ketten legend
et paradísum réserans.
und das Paradies entriegelnd.

Nachdem nun die Neugetauften in das Geheimnis der Eucharistie eingeweiht sind, können die Altgetauften die sakramentale Mystagogie beenden und selber in den Lobpreis des Ostergeschehens einstimmen, aus dem ja Taufe wie Eucharistie entspringen. Die letzten beiden Verse lassen sie „froh-eucharistisch“ zu den Neugetauften schauen, die jetzt an der Erlösung teilhaben und sich nun erstmals gemeinsam mit ihnen bei der Opferung Gott darbringen.


7. Strophe – Die Neugetauften:

Esto perénne méntibus
Sei ewige dem Geist (pl.), 
paschále, Iesu, gáudium
Jesus, österliche Freude,
et nos renátos grátiæ
und uns Wiedergeborene geselle der Gnade
tuis triúmphis ággrega.
deines Triumphes zu.

Nun beten die Neugetauften erstmals direkt zu ihrem Erlöser. Dem Lobpreis der Altgetauften aus der vorigen Strophe fügen sie die sich aus ihrer Taufe ergebende Bitte an, daß Jesus ihre Freude bleibe und sie auf dem Weg des Heiles bis zur ewigen Herrlichkeit bewahre.


8. Strophe – Alle:

Iesu, tibi sit glória, 
Jesus, dir sei Herrlichkeit, 
qui morte victa práenites,
der du den besiegten Tod überstahlst,
cum Patre et almo Spíritu,
mit dem Vater und dem erquickenden Geist
in sempitérna sáecula.
in alle Ewigkeit. 


Der gemeinsam gesungene Lobpreis richtet sich zunächst an Christus, durch den die Singenden erlöst und Glieder an seinem Leib geworden sind. Der Lobgesang weitet sich ganz klassisch und sozusagen konventionell auf die beiden weiteren Personen der göttlichen Dreifaltigkeit hin aus. Das vielleicht nur dem Versmaß geschuldete, dem Heiligen Geist zugemessene Attribut „almo“ („nährend, erquickend“) könnte ein Hinweis auf die Besiegelung der Taufe (Firmung) sein.

Mittwoch, 30. November 2016

Allelujavers zum Andreasfest

Der Allelujavers im Missale Romanum von 1570-1962 spricht von einer besonderen Liebe des Heilands zum ersten Apostel. Der Text ist bemerkenswerterweise nicht biblisch. Das Fest geht auf das 4. Jahrhundert zurück. Ob es der Vers auch tut, ist dem Verfasser unbekannt.

Dilexit Andream Dominus in odorem suavitatis.

Es liebte den Andreas der Herr als/wie Duft der Süße.

Sonntag, 17. Juli 2016

Divisio Apostolorum (Zwölfbotentag) - Missale Monasteriense


Mit dem Zwölfbotentag feiert die Kirche die Aussendung der Apostel in alle Welt. Festgeheimnis ist also die Fortsetzung der Inkarnation des Göttlichen Wortes, wie es die Sequenz zum Ausdruck bringt.

Die Sequenz Cæli ennarrant gloriam stammt aus dem 11. Jahrhundert; Verfasser ist Gottschalk von Aachen

Am diesem Beispiel wird deutlich, welche Funktion die heute weitestgehend abgeschaffte Sequenz in der Liturgie allgemein hatte/hat: Sie ist eine gelenkte Betrachtung. In der Liturgie nimmt sie textlich und zeitlich großen Raum ein, was zu ihrer Abschaffung geführt haben dürfte, da solches doch dem römischen Grundsatz der Brevitas widerspricht. Verweilen Klerus und Volk aber vor dem Evangelium während der Sequenz, hält der Ablauf der Liturgie sozusagen inne, um den Feiernden Raum zu geben, das bisher Gebetete und das Festgeheimnis zu betrachten. Die „Lenkung dieses Betrachtens geschieht in biblischen und liturgischen Bildern und Anspielungen und geistlichen Erwägungen. Das dient dazu, das Evangelium nun fruchtbarer zu hören.

Für die Vorfahren im Glauben war es wichtig, dieses Fest zu begehen: "Vnd wer an ainem zwölffpotentag arbait der ist verbant vnd verflucht / vnd dz erdrich wirt sich auffthun vnd wirt vnd sy verschlicken."


Zum Fest gibt es die Wetterregel"Ist Apostelteilung schön, kann der (sieben) Brüder Wetter gehn!"

Das Fest wurde bei der Tridentinischen Liturgiereform im Römischen Ritus abgeschafft. Unter anderem im Münsterischen Ritus hat es bis zu dessen Abschaffung Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts überlebt.


Die XV. Iulii: In festo divisionis Apostolorum 15. Juli: Fest der Teilung der Apostel - Zwölfbotentag
Ex Missali Monasteriensi (1631)Aus dem Münsterschen Meßbuch (1631)


Introitus (Ps 138, 17)
Mihi autem nimis honoráti sunt amíci tui, Deus: nimis confortátus est principátus eórum. Ps. (ibid. 1-2) Dómine, probásti me, et cognovísti me: tu cognovísti sessionem meam et resurrectiónem meam. V/. Glória Patri.Mir aber sind sehr geehrt deine Freunde, Gott: Sehr getröstet/gestärkt worden ist ihre Herrschaft. Ps. Herr, du hast mich geprüft und hast mich erkannt: du hast erkannt mein Niedersetzen und mein Wiederaufstehen. V/. Ehre sei dem Vater.


Kyrie


Gloria


Collecta
Deus, qui nos per beátos Apóstolos ad agnitiónem tui nóminis veníre tribuísti: da nobis eórum glóriam sempitérnam et proficiendo celebráre, et celebrándo proficere. Per Dóminum.Gott, der du uns durch die seligen Apostel zur Erkenntnis deines Namens zu kommen geschenkt hast, gib uns, ihre ewige Herrlichkeit sowohl dienend (=nutzbringend) zu feiern als auch feiernd (ihr) zu dienen/nutzen. Durch unseren Herrn...


Epistola (Act 5, 12-26)
Léctio Actuum Apostolórum.Lesung aus der Apostelgeschichte.
In diébus illis: Per manus Apostolórum fiébant signa et prodígia multa in plebe. Et erant unanímiter omnes in pórticu Salomónis. Ceterórum autem nemo audébat se coniúngere illis: sed magnificébat eos pópulus. Magis autem augebátur credéntium in Dómino multitúdo virórum ac mulíerum, ita ut in platéas eiícerent infírmos, et pónerent in léctulis ac grabátis, ut, veniénte Petro, saltem umbra illíus obumbráret quemquam illórum, et liberaréntur ab infirmitátibus suis. Concurrébat autem et multitúdo vicinárum civitútem Ierúsalem, afferéntes ægros, et vexátos a spirítibus immúndis: qui curabántur omnes. In jenen Tagen: Durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk. Und sie waren einmütig alle in der Torhalle Salomons. Von den anderen aber wagte niemand, sich jenen zu verbinden: Aber es schätzte sie hoch das Volk. Stärker aber wurde vermehrt der an den Herrn Glaubenden Menge von Männern und Frauen, so daß sie in die Gassen hinauswarfen die Kranken und sie legten auf Bahren und Tragen, damit, wenn Petrus käme, wenigstens dessen Schatten beschatte einige jener und sie befreit würden von ihren Krankheiten. Es lief aber zusammen auch eine Menge von Nachbarn der Stadt Jerusalem, herbeitragend Siechen und von unreinen Geistern Gequälten: Sie wurden alle geheilt.


Graduale (Ps 44, 17)
Constítues eos príncipes super omnem terram: mémores erunt nóminis tui, Dómine. V/. Pro pátribus tuis nati sunt tibi fílii: proptérea pópuli confitebúntur tibi. Du wirst sie einsetzen zu Fürsten über die ganze Erde: Eingedenk sein werden sie deines Namens, Herr. V/. Für deine Väter sind dir geboren worden Söhne: denn sie werden deinem Volk bekennen.


Ante Evangelium (Ioh 15, 16)
Allelúia, allelúia. V/. Non vos me elegístis, sed ego elégi vos, ut eátis et fructum afferátis. Allelúia.Alleluja, alleluja. V/. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt, daß ihr geht und Frucht herbeibringt. Alleluia.


Sequentia
Cæli enárrant glóriam Dei Fílii, Verbi incarnáti, facti de terra cæli: Die Himmel erzählen die Herrlichkeit des Sohnes Gottes, des eingefleischten Wortes, geworden von der Erde dem Himmel:
Hæc enim glória soli Dómino est cóngrua.Diese Herrlichkeit nämlich ist dem alleinigen Herrn angemessen.
Nomen est cuius, magni consílii Angelus. Sein Name ist: des großen Ratschlusses Bote.
Istud consílium lapso hómini auxílium est antíquum et profúndum et verum factum, solis tantum Sanctis cógnitum, Jener Ratschluß ist dem Fall des Menschen uralte und unergründliche Hilfe – und wahrhaft geschehene, allein aber den Heiligen bekannt,
Dum Angelus iste homo natus ex muliére, immortálem ex mortáli, de terra fecit cælum, ex hómine Angelum.da jener Bote als Mensch geboren worden ist aus einer Frau, einen Unsterblichen machte aus dem Sterblichen, aus der Erde den Himmel, aus dem Menschen einen Engel/Boten.
Hic est Dóminus exercítuum Deus, cuius sint Angeli missi in terram Apóstoli:Dies ist der Herr, der Gott der Heerscharen, als dessen Boten seien gesandt in die Welt die Apostel,
Quibus seípsum vivum prǽbuit resúrgens, in multis arguméntis, pacem victor mortis núntians.durch die er sich selbst als Lebendigen dargereicht hat auferstehend, in vielen Bildern den Frieden als Besieger des Todes verkündend:
Pax vobis, ego sum, inquit, nolíte iam timére, prædicáte verbum Dei creatúri omni, coram Régibus et Princípibus.Friede euch, ich bin (es), sagt er, wollet euch nicht mehr fürchten, verkündet das Wort Gottes allem Geschöpf, vor Königen und Fürsten.
Sicut misit me Pater, et ego mitto vos in mundum, estóte ergo prudéntes sicut serpéntes, estóte ut colúmbæ símplices.So wie mich gesandt hat der Vater, sende auch ich euch in die Welt, seid also klug wie Schlangen, seid wie die Tauben einfach.
Hinc Petrus Romam Apostolórum princeps adiit: Paulus Grǽciam, ubíque docens grátiam: ter quátuor hi Próceres, in plagis terræ quátuor evangelizántes trinum et unum,Darauf ging Petrus nach Rom, der Apostel Fürst, Paulus nach Griechenland, überall lehrend die Gnade, diese dreimal vier Großen, in den vier Himmelsrichtungen der Erde verkündend den Dreifachen und Einen,
Andréas, Iacóbus utérque, Philíppus, Bartholomǽus, Simon, Thaddǽus, Ioánnes, Thomas et Matthǽus, duódecim iúdices non ab uno, sed in unum divísi per orbem, divínos in unum cólligunt.Andreas, Jakobus beide, Philippus, Bartholomäus, Simon, Thaddäus, Johannes, Thomas und Matthäus, zwölf Richter nicht von einem, sondern zu einem geteilt, durch die Welt, (und) sammelten die Göttlichen (=Heiligen) zu einem.
In omnem terram exívit sonus eórum,In alle Welt ist hinausgegangen ihr Laut
Et in fines orbis terræ verba eórum.und zu den Enden des Erdkreises ihre Worte.
Quam speciósi pedes evangelizándum bona, prædicántium pacem!Wie köstlich sind die Füße (Schritte) der die Güter (= die guten Dinge) Verkündenden, der den Frieden Predigenden,
Sánguine Christi redémptis ita dicéntium: Sion regnábit Deus tuus.der den durch das Blut Christi Erlösten Sagenden: Auf Sion wird herrschen dein Gott,
Qui Verbo sǽcula fecit, quod pro nobis Verbum caro factum est in fine sæculórum,der durch das Wort die Zeiten gemacht hat. Dieses Wort ist für uns Fleisch geworden am Ende der Zeiten,
Hoc Verbum, quod prædicámus, Christum crucifíxum, qui vivit et regnat Deus in cælis.dieses Wort, das wir verkündigen, Christus, den Gekreuzigten, der lebt und herrscht als Gott in den Himmeln.
Hi sunt cæli, in quibus, Christe, hábitas, in quorum verbis tonas, fúlguras signis, roras grátiam.Dies/gegenwärtig/hier sind die Himmel, in denen du, Christus, wohnst, in deren Worten du erschallst, erstrahlst in (ihren) Zeichen, die Gnade (herab-)tauen läßt.
Hi dixísti, Roráte cæli désuper, et nubes pluant iustum, aperiátur terra gérminans.Hier hast du gesagt: Tauet, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet den Gerechten, es werde geöffnet die keimende Erde.
Germen iustum súscita terram nostram, quam Apostólicis verbis serens germináre fácias:Gerechter Keim, richte auf unsere Erde, die du durch die apostolischen Worte säend keimen machst:
Quorum verbis Verbum Patris tenéntes in patiéntia fructum ferre fac nos tibi, Dómine.Durch ihre Worte mach uns, das Wort des Vaters festhaltend in Geduld, Frucht bringen dir, Herr.
Hi cæli quos magni consílii Angelus inhábitas, quos non servos, sed amícos appéllas, quibus ómnia quæ audísti a Patre notíficas:Hier sind die Himmel, die du, des großen Ratschlusses Bote, bewohnst, die nicht Knechte sondern Freunde nennst, denen du alles, was du gehört hast vom Vater, mitteilst,
In quorum divisióne colléctum gregem custódias indivísum, et in vínculo pacis unum: ut in te unum simus, sicut in Patre tu es unus.in derer Teilung die gesammelte Herde bewahrst ungeteilt und im Band des Friedens eins, damit wir in dir eins seien, wie im Vater du bist eins.
Miserére nobis tu, qui hábitas Rex in cælis.Erbarme du dich unser, der du wohnst als König in den Himmeln.


Evangelium (Marc. 16, 15-18)
Sequéntia sancti Evangélii secúndum Marcum.Folge des heiligen Evangeliums nach Markus.
In illo témpore: Dixit Iesus discípulis suis: Eúntes in mundum univérsum, prædicáte evangélium omni creatúræ. Qui credíderit et baptizátus fúerit, salvus erit. Qui vero non credíderit, condemnábitur. Signa autem eos, qui credíderint, hæc sequéntur: In nómine meo dæmónia eiícient: linguis loquéntur novis: serpéntes tollent: et si mortíferum quid biberint, non eis nocébit: super ægros manus impónent, et bene habébunt.In jener Zeit hat Jesus gesagt seinen Jüngern: Gehend in alle Welt predigt das Evangelium jedem Geschöpf. Wer glauben und getauft werden wird, wird gerettet werden. Wer aber nicht glauben wird, wird verdammt werden. Als Zeichen aber werden denen, die glauben werden, diese folgen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Sprachen reden, Schlangen nehmen/anfassen, und wenn sie etwas Todbringendes trinken werden, wird es ihnen nicht schaden; sie werden auf Kranke die Hände legen, und sie (diese) werden es gut haben.


Credo


Offertorium (Ps 18, 5)
In omnem terram exívit sonus eórum, et in fines orbis terræ verba eórum.In alle Welt ist hinausgegangen ihr Laut und an die Grenzen des Erdkreises ihre Worte.


Secreta
Glóriam, Dómine, sanctórum Apostolórum tuórum perpétuam venerántes, quǽsumus: ut eam sacris mystériis expiáti, dígnius celebrémus. Per Dóminum.Die immerwährende Herrlichkeit, Herr, deiner heiligen Apostel verehrend, bitten wir, daß wir sie, durch die heiligen Geheimnisse entsühnt, umso würdiger feiern. Durch unseren Herrn...


Præfatio de Apostolis


Communio (Io 15, 16)
Ego vos elégi de mundo, ut eátis et fructum afferátis et fructus vester máneat.Ich habe euch erwählt aus der Welt, damit ihr gehet und Frucht herbeitraget und eure Frucht bleibe.


Complenda
Percéptis, Dómine, sacraméntis, supplíciter exorámus: ut intercedéntibus beátis Apóstolis tuis, quæ pro illórum veneránda gérimus divisióne, nobis profíciant ad medélam. Per Dóminum.Da wir empfangen haben, Herr, die Sakramente, flehen wir demütig, daß auf die Fürsprache deiner seligen Apostel diese (Sakramente), die wir für deren ehrwürdige Teilung begehen, uns nützen mögen zum Heil. Durch unseren Herrn...