Sonntag, 2. Februar 2020

Darstellung des Herrn: Traditionelle Gebete zur Kerzensegnung

Bei der Meßbuchreform Papst Pauls VI. hat u. a. es die besonderen Feiern wie Darstellung des Herrn oder Palmsonntag besonders getroffen: Die alten reichen (und reichlichen) Segensgebete über die Kerzen bzw. Zweige wurde vollständig entfernt und durch neue ersetzt.

Daher seien hier die Segensgebete über die Kerzen an Darstellung des Herrn mit möglichst wörtlicher Übersetzung wiedergegeben.

Im von Papst Benedikt XVI. herausgegebenen Meßbuch für die heimgekehrten Anglikaner "Divine Woreship - The Missal" sind übrigens die zweite und dritte Oration wieder zu Ehren gekommen.

Die dritte Oration ist wegen ihrer außergewöhnlichen Conclusio/Schlußformel besonders bemerkenswert.

(Im Unterschied zum traditionellen Römischen Missale sieht das "Anglikanisch-Katholische" für Lichtmeß übrigens nicht die Präfation von Weihnachten vor, sondern die von Erscheinung des Herrn oder - nach dem Sonntag Septuagesimæ - die für die Vorfastenzeit, die es im Römischen Ordo nicht gibt.)


In Præsentatione Domini / In Purificatione B. M. V.
Darstellung des Herrn / Mariä Lichtmess

Ad benedictionem candelarum – Oratio Ia
Kerzensegnung – 1. Oration
Domine sancte, Pater omnípotens, ætérne Deus, 
qui ómnia ex níhilo creásti, 
et jussu tuo per ópera apum 
hunc liquórem ad perfectiónem cérei veníre fecísti: 
et qui hodiérna die petitiónem justi Simeónis implésti: 
te humíliter deprecámur; 
ut has candélas ad usus hóminum 
et sanitátem córporum et animárum, 
sive in terra sive in aquis, 
per invocatiónem tui sanctíssimi nóminis 
et per intercessiónem beátæ Maríæ semper Vírginis, 
cujus hódie festa devóte celebrántur, 
et per preces ómnium Sanctórum tuórum, 
benedícere et sanctificáre dignéris: 
et hujus plebis tuæ, 
quæ illas honorífice in mánibus desíderat portáre 
teque cantándo laudáre, 
exáudias voces de cælo sancto tuo 
et de sede majestátis tuæ: 
et propítius sis ómnibus clamántibus ad te, 
quos redemísti pretióso sánguine Fílii tui: 
Qui tecum vivit et regnat 
in unitáte Spíritus Sancti Deus 
per ómnia sǽcula sæculórum.

Heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, 
der du alles aus nichts erschaffen hast 
und durch deinen Befehl durch die Arbeiten der Bienen 
diese Flüssigkeit zur Vollkommenheit des Wachses hast gelangen lassen; 
und der du am heutigen Tag die Bitte des gerechten Simeon erfüllt hast: 
Dich bitten wir demütig, 
daß du diese Kerzen zum Gebrauch der Menschen 
zur Gesundheit sowohl der Leiber als auch der Seelen, 
sei es zu Lande oder zu Wassern, 
durch die Anrufung deines allerheilgsten Namens 
und auf die Fürsprache der seligen immerwährenden Jungfrau Maria, 
deren Fest heute ergeben gefeiert wird, 
und auf die Gebete aller deiner Heiligen 
zu segnen und zu heiligen geruhen mögest. 
Und die Stimme dieses deines Volkes, 
das sie (die Kerzen) ehrenvoll in Händen zu tragen 
und dich singend zu loben ersehnt, 
mögest du erhören von deinem heiligen Himmel her 
und vom Thron deiner Majestät. 
Und gütig sei allen zu dir Rufenden, 
die du erlöst hast durch das kostbare Blut deines Sohnes. 
Der mit dir lebt und herrscht
in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott 
von Ewigkeit zu Ewigkeit.


Oratio IIa – 2. Oration
Omnípotens sempitérne Deus, 
qui hodiérna die Unigénitum tuum 
ulnis sancti Simeónis in templo sancto tuo suscipiéndum præsentásti: 
tuam súpplices deprecámur cleméntiam; 
ut has candélas, 
quas nos fámuli tui, 
in tui nóminis magnificéntiam suscipiéntes, 
gestáre cúpimus luce accénsas, 
benedícere et sanctificáre 
atque lúmine supérnæ benedictiónis 
accéndere dignéris: 
quaténus eas tibi Dómino, Deo nostro, 
offeréndo digni, 
et sancto igne 
dulcíssimæ caritátis tuæ succénsi, 
in templo sancto glóriæ tuæ 
repræsentári mereámur. 
Per eúndem...

Allmächtiger, ewiger Gott, 
der du am heutigen Tag deinen Einziggezeugten, 
der in deinem heiligen Tempel 
auf die Arme des heiligen Simeon genommen werden sollte, 
dargestellt hast, 
demütig bitten wir deine Milde, 
daß du diese Kerzen, 
die wir, deine Diener, 
zur Erhöhung deines Namens ergreifend 
mit Licht entzündet zu tragen begehren, 
zu segnen und zu heiligen 
sowie mit dem himmlischen Licht des Segens 
zu entzündet geruhen mögest, 
bis wir sie dir, Herr, unserem Gott, würdig darbringend 
und vom heiligen Feuer deiner allersüßesten Liebe entflammt, 
im Tempel deiner Herrlichkeit dargestellt zu werden verdienen. 
Durch ihn...


Oratio IIIa – 3. Oration
Dómine Jesu Christe, lux vera, 
quæ illúminas omnem hóminem 
veniéntem in hunc mundum: 
effúnde benedictiónem tuam super hos céreos, 
et sanctífica eos lúmine grátiæ tuæ, 
et concéde propítius; 
ut, sicut hæc luminária igne visíbili accénsa 
noctúrnas depéllunt ténebras; 
ita corda nostra invisíbili igne, 
id est, Sancti Spíritus splendóre illustráta, 
ómnium vitiórum cæcitáte cáreant: 
ut, purgáto mentis óculo, 
ea cérnere póssimus, 
quæ tibi sunt plácita et nostræ salúti utília; 
quaténus post huius sǽculi caliginósa discrímina 
ad lucem indeficiéntem perveníre mereámur. 
Per te, Christe Jesu, Salvátor mundi, 
qui in Trinitáte perfécta 
vivis et regnas Deus, 
per ómnia sǽcula sæculórum.

Herr Jesus Christus, wahres Licht, 
der du erleuchtest jeden in diese Welt kommenden Menschen, 
gieße deinen Segen über diese Kerzen aus, 
und heilige sie mit dem Licht deiner Gnade; 
und gewähre gütig, 
daß, so wie diese mit sichtbarem Licht entzündeten Leuchten 
die nächtlichen Finsternisse vertreiben, 
auch unsere Herzen, vom unsichtbaren Licht, 
das heißt von des Heiligen Geistes Glanz, erleuchtet, 
von aller Fehler Blindheit freibleiben, 
damit wir mit gereinigtem Auge des Geistes erkennen können, 
was dir wohlgefällig und unserem Heil nützlich ist, 
bis wir nach dieser Welt zwielichtigen Gefahren 
zum unendlichen Licht zu gelangen verdienen. 
Durch dich, Jesus, Christus, Heiland der Welt, 
der du in der vollkommenen Dreifaltigkeit 
lebst und herrschest, 
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.


Oratio IVa – 4. Oration
Omnípotens sempitérne Deus, 
qui per Móysen fámulum tuum 
puríssimum ólei liquórem 
ad luminária ante conspéctum tuum 
júgiter concinnánda præparári jussísti: 
benedictiónis tuæ grátiam 
super hos céreos benígnus infúnde; 
quaténus sic adminístrent lumen extérius, 
ut, te donánte, 
lumen Spíritus tui nostris non desit méntibus intérius. 
Per Dóminum nostrum Jesum Christum, Fílium tuum: 
qui tecum vivit et regnat 
in unitáte ejúsdem Spíritus Sancti Deus, 
per ómnia sǽcula sæculórum.

Allmächtiger, ewiger Gott, 
der du durch Moses, deinen Knecht, 
die reinste Flüssigkeit des Öles 
zur Nährung der Leuchten vor deinem Angesicht 
beständig zu bereiten befohlen hast: 
Deines Segens Gnade 
gieße über diese Kerzen gütig aus, 
damit/bis sie so darbieten das äußere Licht, 
daß – du mögest es geben – 
das Licht deines Geistes nicht fehle unserem Geist innerlich. 
Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, 
der mit dir lebt und herrscht 
in der Einheit dieses Heiligen Geistes, Gott 
von Ewigkeit zu Ewigkeit.


Oratio Va – 5. Oration
Dómine Jesu Christe, 
qui hodiérna die, 
in nostræ carnis substántia inter hómines appárens, 
a paréntibus in templo es præsentátus: 
quem Símeon venerábilis senex, 
lúmine Spíritus tui irradiátus, 
agnóvit, suscépit et benedíxit: 
præsta propítius; 
ut, ejúsdem Spíritus Sancti grátia illumináti atque edócti, 
te veráciter agnoscámus et fidéliter diligámus: 
Qui cum Deo Patre in unitáte eiúsdem Spíritus Sancti 
vivis et regnas Deus, 
per ómnia sǽcula sæculórum.

Herr Jesus Christus, 
der du am heutigen Tag, 
in der Beschaffenheit unseres Fleisches unter den Menschen erscheinend, 
von d(ein)en Eltern im Tempel dargestellt worden bist 
(und) den Simeon, der ehrwürdige Greis, 
vom Licht deines Geistes bestrahlt, 
erkannt, angenommen und gesegnet/gepriesen hat, 
gewähre gütig, 
daß wir, von dieses Heiligen Geistes Gnade erleuchtet und belehrt,
dich wahrhaft erkennen und treu lieben. 
Der du mit dem Vater in der Einheit dieses Heiligen Geistes 
lebst und herrschest, Gott 
von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Dienstag, 21. Januar 2020

Hymnus "Sol, ecce, lentus occidens"

Der neuzeitliche Hymnus (Text: Anselmo Lentini, † 1989) kommt in der Liturgia Horarum in der Vesper am Mittwoch der II. und IV. Woche im Jahreskreis vor. Das deutsche Stundenbuch ersetzt ihn an beiden Stellen durch „Guter König und Herr“ (nach „Inventor rutili, dux bone, luminis“) – es gibt also keine amtliche deutsche Übersetzung.

Da ich gebeten wurde, den Hymnus zu übersetzen, stelle ich, da die Arbeit nun einmal gemacht ist, hier das Ergebnis der Öffentlichkeit zur Verfügung. Es handelt sich zwar nicht um eine "liturgische Preziose", aber da der Hymnus doch ganz schön ist, bekommt er hier einen Platz.


Sol, ecce, lentus óccidens
montes et arva et ǽquora 
mæstus relínquit, ínnovat
sed lucis omen crástinæ,

mirántibus mortálibus
sic te, Creátor próvide,
leges vicesque témporum
umbris dedísse et lúmini.

Ac dum, tenébris ǽthera
siléntio preméntibus,
vigor labórum déficit,
quies cupíta quǽritur,

spe nos fidéque dívites
tui beámur lúmine
Verbi, quod est a sǽculis
splendor patérnæ glóriæ.

Est ille sol qui nésciat
ortum vel umquam vésperum;  
quo terra gestit cóntegi,
quo cæli in ævum júbilant.

Hac nos seréna pérpetim
da luce tandem pérfrui,
cum Nato et almo Spíritu
tibi novántes cántica.
Sieh, die langsam untergehende Sonne:
Berge, Felder und Meere
verläßt sie traurig. Erneuert
jedoch das Vorzeichen des morgigen Lichtes,

so daß die Sterblichen bestaunen,
wie du, vorsorgender Schöpfer,
Gesetze und Wechsel der Zeiten
den Schatten gegeben hast und dem Licht.

Und während, da die Finsternisse die Himmel
mit Stille bedecken,
das Treiben der Arbeit schwindet,
die begehrte Ruhe gesucht wird,

werden wir, reich an Hoffnung und Glaube
beseligt mit dem Licht deines
Wortes, das von Ewigkeit her ist
der Glanz der väterlichen Herrlichkeit.

Es ist jene Sonne, die nicht kenne
einen Aufgang oder je einen Abend;
von der die Erde begehrt, bedeckt zu werden,
der die Himmel in Ewigkeit jubeln.

Dieses heitere Licht laß uns ewig
doch endlich ganz und gar genießen,
mit dem Geborenen und dem nährenden Geist
dir Loblieder erneuernd (=immer neu singend).




Mittwoch, 8. Januar 2020

Lied: "Messias, Jesus, einzger Sohn"

Nicht nur im Bistum Münster wird zur Jahreswende das Name-Jesu-Lied "Messias, Jesus, einzger Sohn" mit westfälisch-ernster Inbrunst gesungen. Dabei geht es auf einen reformierten Schweizer zurück. 

Beim Requiem für Bischof Reinhard Lettmann am 24. 4. 2013 ist es erklungen und aufgezeichnet worden.

Hier der Text aus dem münsterschen Anhang des "Gotteslobs" (Nr. 765):

1. Messias, Jesus, einzger Sohn
des Vaters aller Wesen,
zum König auf des Ewgen Thron,
eh Licht ward, auserlesen;
voll Gottesweisheit, Licht aus Licht,
voll Kraft, die mächtig zu uns spricht,
voll Gnad und Gottesliebe!

2. O Name, der die Hölle schreckt,
vor dem die Himmel schweigen,
durch den die Toten auferweckt
aus ihren Gräbern steigen;
der von dem Himmel ward gebracht
und durch den Engel kund gemacht:
O Name, sei gepriesen!

Und hier der ursprüngliche Text von Johann Caspar Lavater:

1. O süßester der Namen all,
Den Menschenzungen nennen!
O, du, der Himmel Wiederschall,
Dem tausend Herzen brennen,
O Jesus, Jesus Christus, wie
Beugt tief genug sich unser Knie
Vor dir, der Hohen höchster?

2. O, du, der ewig uns befreit,
Von jenem Tod und Schmerzen!
Wer, gottesvoller Heiland freut
Sich deiner nicht von Herzen?
Dein Nam' ist Hilfe, Heil und Huld.
Vor dir verschwindet Tod und Schuld.
Wo ist, wie du, ein Retter?

3. Messias Jesus, erster Sohn
Des Vaters aller Wesen!
Zum König auf Jehovas Thron,
Eh' Licht ward, auserlesen!
Voll Gottes Weisheit, Licht aus Licht!
Voll Kraft, die darstellt, wenn sie spricht!
Voll reinster Gottesliebe!

4. Hoch über alle Namen geht
Dein Name, Weltregierer!
Der Priester Erster, Urprophet!
Du aller Führer Führer!
Dein ist die Tiefe, dein die Höh',
O König aller Könige!
Dein alles, Jesu Christe!

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Präfation zum Fest des heiligen Nikolaus von Myra

PRÆFATIO DE SANCTO NICOLAO (versio traditionalis Bariensis)

Vere dignum et justum est, æquum et salutáre,
nos tibi, Deus Pater cæléstis, grátias ágere,
Dómine, sancte Pater, omnípotens ætérne Deus.

Qui Beatíssimum Nicoláum, caritátis tuæ dulcédine delibútum,
bonórum óperum increméntis, 
multísque virtútum donis exornásti.

Eúmque Ecclésiæ tuæ adéo strénuum fídei assertórem dedísti,
ut quam verbo et ópere dócuit,
signis in univérso mundo probávit,
ab hærética pravitáte in torméntis quoque deféndit,
miraculórum cópia confirmáre non désinat.

Et ídeo magnificéntiam tuam in hujus sancti Pontíficis glorificatióne 
exultántibus ánimis collaudámus.
Sed et supérnæ virtútes atque angélicæ potestátes 
hymnum majestáti tuæ cóncinunt,
sine fine dicéntes:

Übersetzung für den liturgischen Gebrauch:

In Wahrheit ist es würdig und recht, angemessen und heilsam,
dir, Gott, himmlischer Vater, zu danken,
Herr, allmächtiger, ewiger Gott und heiliger Vater.

Du hast den heiligen Nikolaus mit deiner Liebe köstlich gesalbt
und ihn mit dem Wachstum guter Werke und vielen Kräften ausgezeichnet.

Du hast ihn deiner Kirche als kraftvollen Beschützer des Glaubens gegeben,
den er durch Worte und Werke gelehrt hat.

Er hat ihn durch Zeichen vor den Augen aller Welt als wahr bezeugt,
vor der verkehrten Lehre unter Qualen verteidigt
und ließ nicht nach, 
ihn durch Wundertaten zu bekräftigen.

Darum preisen wir, wenn wie diesen heiligen Bischof rühmen,
mit jubelnder Seele deine Größe.

Die Kräfte der Höhe und die Mächte der Engel 
preisen im Chor deine Majestät
und singen ohne Ende:

Montag, 25. November 2019

Traditionelle Oration zum Fest der heiligen Katharina von Alexandrien

Am 25. November feiert die Kirche die heilige Katharina von Alexandrien, über deren Grab sich das Katharinenkloster auf dem Sinai erhebt, wo Gott dem Mose die Zehn Gebote offenbart hat.

Das Gebet des (gregorianischen) Missale Johannes' XXIII. bietet zu diesem Fest ein vollständiges Messformular, das sogar als Votivmesse genommen werden kann und dafür mit  Rubriken für die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres versehen ist.

Die Oratio (Collecta) = Tagesgebet nimmt Bezug auf das zentrale alttestamentliche Geschehen:

Deus, 
qui dedísti legem Moysi in summitáte montis Sínai,
et in eódem loco per sanctos Ángelos tuos
corpus beátæ Catharínæ Vírginis et Mártyris tuæ
mirabíliter collocásti:
præsta, quaésumus;
ut, ejus méritis et intercessióne,
ad montem, qui Christus est, perveníre valeámus.

Gott, 
der du das Gesetz dem Mose auf dem Gipfel des Sinai gegeben hast
und an diesen Ort durch die heiligen Engel
den Leib der seligen Jungfrau und Martyrin Katharina
wunderbar gelegt hast,
gewähre, wir bitten,
daß wir durch ihre Verdienste und Fürsprache
zu dem Berg, der Christus ist, zu gelangen imstande seien.


Samstag, 9. November 2019

Präfation zum Fest des heiligen Martin von Tours

Vere dignum et justum est, æquum et salutáre,
nos tibi semper et ubíque grátias ágere:
Dómine, sancte Pater, omnípotens ætérne Deus.

Quem glorificámus honorándo Sanctum Martinum,
qui Fílii tui Jesu Christi éxtitit fulgens discípulus.

Et ántequam grátiam baptísmi recépit
édidit exémplum præclárum 
erga páuperes caritátis.

Abrenuntiátis vitæ militáris honóribus,
Fílium tuum Jesum Christum solum secútus est Regem sæculórum,
serviéndo ei húmiliter in vita monástica.

Quem totis viscéribus Christum únicum magístrum diligéntem
elegísti pópuli tui pastórem,
plenum zelo fídei orthodóxæ et amóre Ecclésiæ tuæ.

Et ídeo, cum ángelis et archángelis
qui eum inter sanctos cæli recepérunt,
hymnum glóriæ tuæ cánimus
sine fine dicéntes:

Übersetzung für den liturgischen Gebrauch:

In Wahrheit ist es würdig und recht, (angemessen und heilsam,)
dir, allmächtiger Gott, immer und überall zu danken.

Dich rühmen wir, wenn wir den heiligen Martin ehren,
den glänzenden Schüler deines Sohnes Jesus Christus.

Schon vor seiner Taufe gab er ein leuchtendes Beispiel 
für die Liebe zu den Armen.
Den Ehren des Soldatenlebens entsagte er, 
um als Mönch allein Jesus Christus zu dienen,
dem König der Ewigkeit.

Er liebte Christus von ganzem Herzen 
als seinen einzigen Meister.
Darum hast du ihn erwählt zum Hirten deines Volkes.
Er ging ihm voran im Eifer für den rechten Glauben
und für die Liebe zu deiner Kirche.

Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
die ihn aufgenommen haben zu den Heiligen des Himmels,
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.



Messtexte (nach dem Missale Parisiense, lateinisch - deutsch) mit Eigenpräfation (nicht aus dem gen. Missale), zum Singen eingerichtet:

Dienstag, 5. November 2019

U. L. F. von Loreto

Papst Franziskus hat im Generalkalender der Kirche den Gedenktag "Unserer Lieben Frau von Loreto" für den 10. Dezember eingeführt.

Bei der vatikanischen Arbeit an den liturgischen Texten ist ein Grammatikfehler passiert: In der Collecta muß es "ut Mater" (nicht "matrem") heißen (unten korrigiert). Die Oration ist die zweite Kollekte für Marienmessen im Advent in der editio typica tertia des Meßbuchs Pauls VI., also nicht eigens für den Gedenktag verfaßt.

Den Gedenktag gab es schon in älteren Ausgaben des Missale (bis wenigstens 1957, 1961 nicht mehr) unter dem „Proprium Sanctorum pro aliquibus locis" (hier heißt er "In translatione almæ domus B. M. V." - Übertragung des fruchtbaren Hauses U. L. F."). Dessen traditionelle Oration wird hier ebenfalls wiedergegeben, da die neue als Commune-Oration mit Loreto nichts zu tun hat. 



DIE NEUE ORATION:


Collecta
Deus, qui promíssa Pátribus adímplens 
beátam Vírginem Maríam elegísti, 
ut Mater fíeret Salvatóris, 
concéde nobis illíus exémpla sectári, 
cuius humílitas tibi plácuit, 
et obœdiéntia nobis prófuit. 
Per Dóminum nostrum Jesum Christum, Fílium tuum,
qui tecum vivit et regnat in unitáte Spíritus Sancti Deus
per ómnia sæcula sæculórum.

möglichst wörtlich übersetzt:
Gott, der du, die Verheißungen an die Väter erfüllend, 
die selige Jungfrau Maria auserwählt hast, 
daß sie die Mutter des Heilands würde, 
gewähre uns, ihrem Beispiel zu folgen, 
deren Niedrigkeit dir gefallen 
und deren Gehorsam uns genützt hat.
Durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.


für den liturgischen Gebrauch:

Gott, du hast die Verheißungen an die Väter erfüllt
und die selige Jungfrau Maria erwählt,
Mutter des Heilands zu werden.
Gib, daß wir ihrem Beispiel folgen,
deren Niedrigkeit dir gefallen
und deren Gehorsam uns geholfen hat.
Durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.



DIE ALTE ORATION:


Collecta secundum Missale Romanum (1957)
Deus, qui beátæ Maríæ Vírginis domum 
per incarnáti Verbi mystérium misericórditer consecrásti, 
eámque in sinu ecclésiæ tuæ mirabíliter collocásti: 
concéde; ut, segregáti a tabernáculis peccatórum, 
digni efficiámur habitatóres domus sanctæ tuæ.
Per eúndem Dóminum nostrum Jesum Christum, Fílium tuum,
qui tecum vivit et regnat in unitáte Spíritus Sancti Deus
per ómnia sæcula sæculórum.

möglichst wörtlich übersetzt:
Gott, der du der seligen Jungfrau Mariens Haus 
durch des eingefleischten Wortes Geheimnis barmherzig geweiht 
und es/sie im Busen der Kirche wunderbar angelegt hast, 
gewähre, daß wir, abgesondert von den Zelten der Sünder, 
gemacht werden zu würdigen Bewohnern deines heiligen Hauses.
Durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.


für den liturgischen Gebrauch:
Gott, du hast in deiner Barmherzigkeit
das Haus der seligen Jungfrau Maria
durch dein eingeborenes Wort geheiligt
und es zum Keim deiner Kirche gemacht.
Löse uns von den Zelten der Sünder
und mache uns zu würdigen Bewohnern deines heiligen Hauses.
Durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.